Bereits seit 1975 sitzt Ganteführer, ein Verbund aus Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten, in der Düsseldorfer Carlstadt und betreut neben Mandanten aus der Wirtschaft zahlreiche Künstler, Galerien und Museen. In den letzten Jahren unterstützt das 140 MitarbeiterInnen starke Team vermehrt auch Gründer und Startups, die von Düsseldorf aus die Welt erobern wollen. Wir sprachen mit Bernd Rühland, Partner bei Ganteführer und Leiter der Praxisgruppe „Digitalisierung“.

Startup_dus: Ihr engagiert Euch bereits seit einiger Zeit für Startups und Gründer und seid in diesem Jahr erstmalig Sponsor der Startup-Woche Düsseldorf. Woher kommt dieses Interesse?

Bernd Rühland: Wir beobachten die Startup-Woche seit ihrer ersten Ausrichtung mit großer Begeisterung und haben uns nunmehr – ganz bewusst in dieser Phase – dazu entschieden, als Sponsor aufzutreten. Jetzt heißt es, insbesondere für etablierte Unternehmen, junge Startups tatkräftig zu unterstützen und ihnen bei ihren Vorhaben unter die Arme zu greifen. Die Krise, in der wir uns befinden, darf nicht dazu führen, dass die Gründer ihre Ideen nicht realisieren können!

Startup_dus: Könnt Ihr ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, wie und wo Ihr bereits mit Startups erfolgreich zusammengearbeitet habt?

Bernd Rühland: Auf den ersten Blick sind wir keine klassische Startup-Kanzlei und vertreten im Grundsatz auch eher die Unternehmen, die Startups finanzieren. Im Rahmen von Due Diligence stellten wir aber immer mal wieder fest, dass vereinzelte Startups „ihre Hausaufgaben“ nicht richtig machten. Unklare Vertragsverhältnisse, Mängel in der Gesellschaftsstruktur bzw. eine realitätsfremde Bewertung des Unternehmens, sind da Beispiele. Oftmals schade, da die Idee und die Vision der Gründer vielversprechend waren. Seitdem beraten wir Startups, deren Idee uns begeistern und stellen Kontakte zu Geldgebern her, seien es Mandanten oder Kontakte aus unserem umfangreichen Netzwerk. Und da ist die ein oder andere Erfolgsgeschichte über die Jahre bei rausgekommen. Außerdem haben wir seit diesem Jahr einen neuen, spezialisierten Kollegen an Bord, der bereits in seiner vorherigen Kanzlei die „Startup-Einheit“ geleitet hat.

Startup_dus:  Ihr habt an anderer Stelle erzählt, dass nicht nur Gründer und Startups von Eurem Know-how und Eurem Beratungsansatz sondern auch Ihr vom Input junger Unternehmen in einem recht traditionellen Geschäftsbereich profitiert. Könnt Ihr das präzisieren bzw. ein konkretes Beispiel dafür nennen?

Bernd Rühland: Unsere Tätigkeit hat sich in den letzten Jahren durch die Digitalisierung stark verändert. Viele junge Unternehmen bieten Lösungen an, die uns bei unserer täglichen Arbeit helfen. Die Startups agieren dabei wesentlich schneller als unser, recht behäbiger, Softwarehersteller. Das führte dazu, dass wir neben der klassischen Kanzleisoftware, diverse weitere IT-Lösungen im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie einsetzen. Und die stammen zum Teil von Startups. Aktuell haben wir beispielsweise eine neue Kollaborationssoftware erfolgreich in der Kanzlei eingeführt.

Startup_dus: Euch liegt Eure Heimatstadt Düsseldorf sehr am Herzen, in der Ihr bereits seit 1975 ansässig seid. Könnt Ihr benennen, wie und wo sich die Stadt in den letzten Jahren durch neue, junge Unternehmen und Startups verändert hat?

Bernd Rühland: Düsseldorf hat die optimalen Voraussetzungen für Startups. Seien es die etablierten Unternehmen, die hier sitzen, die Kapitalkraft, die Anbindung zum Flughafen und vor allem eine Wirtschaftsförderung, die es verstanden hat, Startups zu fördern und spannende Unternehmen in die Stadt zu ziehen. Und das sieht und spürt man: umfangreiche Veranstaltungen (u. a. der Digital Innovation Hub), Ansiedlungen neuer Unternehmen und Co-Working-Spaces. Und das nicht nur in Flingern, auch in Stadtteilen wie Heerdt siedeln sich junge Unternehmen an. Dass wir eine Stadt mit innovativen Gründern sind, sieht man sogar in den Kinderzimmern der vielen jungen Eltern in unserer Kanzlei. Denn wer hat keine Toniebox dort stehen?

Startup_dus: Ihr arbeitet auch viel mit Künstlern zusammen. Gibt es da große Unterschiede zu den Anforderungen von oder dem Umgang mit Startups – oder doch eher Parallelen?

Bernd Rühland: Der Bereich „Bildende Kunst“ ist seit jeher ein wichtiges Beratungsfeld unserer Kanzlei und wir vertreten namhafte Künstler und Galerien bzw. Museen. Die kreativen Denkweisen der Mandanten helfen uns oft in unserer Beratungspraxis: Einfach mal „um die Ecke denken“, legal versteht sich, neuen Ideen und Ansätzen eine Chance geben. Und diese Erfahrung machen wir auch mit Startups. Man kann also sagen, dass es hier einige Parallelen gibt.